Männerarbeit
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In Würselen trifft sich einmal im Monat ein Männergesprächskreis

Burkhard Wahl betreut den Gesprächskreis, der einmal im Monat bei ihm zu Hause stattfindet.

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Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 32/2015

Hier darf Mann sein, so wie er ist

Seit Anfang des Jahres trifft sich in Würselen einmal im Monat ein „Männergesprächskreis

Wann ist der Mann ein Mann? Eine Frage, der Herbert Grönemeyer bereits 1984 in seinem Song „Männer“ musikalisch-ironisch nachgegangen ist. Die Antwort ist auch 30 Jahre später nicht immer leicht zu finden.

Wie soll Mann sein als Partner, als Vater, als Freund, im Beruf und im Privaten? Seit Anfang des Jahres trifft sich einmal im Monat in Würselen ein „Männergesprächskreis“. Ins Leben gerufen hat ihn Burkhard Wahl, unterstützt von der Steuerungsgruppe Männerarbeit im Bistum Aachen. „Es gibt bereits seit Längerem einmal im Jahr den Männertag im Bistum. Das ist immer auch ein Ort für gute Gespräche unter Männern. Daraus ist der Wunsch nach regelmäßigen Treffen entstanden“, berichtet Wahl von den Anfängen.

 

Die Teilnehmer sind von Mitte 30 bis 80 Jahre alt

Seit seiner Pensionierung – Burkhard Wahl war Lehrer am Broicher Heilig-Geist-Gymnasium – bietet er regelmäßig einen Elterngesprächskreis an. Er ist Austauschplattform für Mütter und Väter, die als Eltern verunsichert sind und an Grenzen stoßen. Der Kreis soll ihnen helfen, ihre Kompetenzen zu stärken. An dieses Konzept knüpft auch der Männergesprächskreis an. In kleiner Runde (maximal zwölf Teilnehmer) soll offen über all das gesprochen werden können, was den Teilnehmern gerade auf der Seele liegt. „Ein festes Programm gibt es nicht, wir arbeiten mit dem, was die Männer mitbringen“, sagt Burkhard Wahl. Das war bei den bisherigen Treffen so unterschiedlich, wie die teilnehmenden Männer selbst. „Die Jüngsten sind Mitte 30, die Ältesten bis 80 Jahre alt. Ich habe große Achtung, vor allem vor den Älteren, wie sie einander zuhören und sich offen aufeinander einlassen.“ Inhaltlich gehe es um Sorgen und Belastungen innerhalb von Familie, beispielsweise mit heranwachsenden Kindern, in der Partnerschaft oder auch um Dinge aus der Vergangenheit, die nach wie vor belasten. „Vor Kurzem haben wir über Verlust gesprochen, weil einer gerade einen guten Freund beerdigt hatte“, erzählt Wahl.

 

Männerbild von heute ist nicht klar definiert

Er sieht sich als Moderator, der dafür sorgt, dass jeder seinen Raum bekommt. Auch seine Erfahrungen als Pädagoge und Elterncoach und seine Sichtweise zum Umgang mit Menschen bringt er aktiv mit ein: „Wir sehen eher die zwei Prozent, die nicht gelingen, als die 98 Prozent, die gut sind. So betrachten wir auch einander.“ Wichtig ist ihm, dass die Teilnehmer „ihr Image vor der Tür lassen können“. Im geschützten Rahmen des Gesprächskreises dürfe jeder so sein wie er sei, müsse keine Erwartungen erfüllen. „Männer haben es 2015 nicht leicht. Das Männerbild ist nicht klar. Was ist ein Mann heute?“, zeigt er die Unsicherheit auf. Vorbilder seien schwer zu finden, gerade für Jüngere. Es gehe um ganz elementare Fragen: Wie würde ich gerne leben? Wer bin ich und wer möchte ich sein? Warum habe ich immer wieder Probleme innerhalb einer Beziehung? Warum finde ich keinen Draht zu meinen Kindern? Immer wieder fließt in der konfessionell offenen Runde auch der Glaube ein – als Teil des eigenen Weltbildes. Das und auch die verschiedenen Lebens- und Erfahrungshintergründe sowie die Offenheit miteinander seien ein Geschenk. „Mit anderen in Kontakt kommen und gute Gespräche, die Seelennahrung sind, wünscht sich doch jeder von uns“, fasst Burkhard Wahl zusammen.

 

Termine

Die nächsten Termine sind: 11. August, 15. September, 20. Oktober, 17. November und 15. Dezember. Sie finden jeweils von 19.30 bis 21.30 Uhr bei Burkhard Wahl, Willibrordstraße 26, 52146 Würselen statt. Wegen der besseren Planung wird um kurze Anmeldung zum Treffen gebeten unter Tel. 02405/72840 oder E-Mail: elterncoach-wahl@t-online.de.

 

 


Von Andrea Thomas

Veröffentlicht am 06.08.2015

 
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