Männerarbeit
http://maennerarbeit.kibac.de/nachrichten?mode=detail&action=details&siteid=1031711&type=news&nodeid=253edbb9-6079-427e-9889-be674d0a67d6
 
 
Männerwochenende Eifel

Vollbild

 
 

 

Der eigenen Spur folgen

Männer-Wochenende in der Eifel

Froh und erwartungsvoll reisten am Freitag Nachmittag 19 gestandene Männer im Alter von 35 bis 70 zum Männerseminar des Bistums Aachen nach Maria Laach, darunter einer aus dem Bistum Fulda und einer aus dem Erzbistum Köln.

Die seinerzeit von Pfr. Baumann ins Leben gerufenen Einkehrtage gibt es seit 2003, seit drei Jahren werden sie seelsorgerisch von Pfr. Dr. Josef Berger und seinen Unterstützern Ralf und Olaf geleitet.

Freundlich war mein erster Kontakt nach meiner Ankunft, als Olaf bereitwillig mir sämtliche für uns relevante Räume und schließlich mein Zimmer präsentierte.

Nach dem Abendessen fand das erste Treffen in der Aula statt. Neben organisatorischen Hinweisen von Ralf wurde die originelle Vorstellungsrunde durchgeführt, in dem sich jeder hinter seinem Stuhl stehend die Person "reden" ließ, die von unserer Teilnahme wußte. Manch einer hatte sie von seiner Frau mit einer entsprechenden Empfehlung geschenkt bekommen.

Die erste Meditation von Herrn Berger initiiert basiert auf einem Text eines in der Meditation erfahrenen Mannes, der sinngemäß gefragt wurde, warum er trotz seiner Beschäftigungen immer so gesammelt sein könne und darauf antwortete: "Wenn ich esse, dann esse ich. Wenn ich gehe, dann gehe ich, wenn ich stehe, dann stehe ich etc." Als die Fragesteller sagten: " Das tun wir doch auch", erwiderte er. "Nein, wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon; wenn ihr steht, dann lauft ihr schon; wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel!"

Ein lockerer Gedankenaustausch im Aufenthaltsraum im Keller beendete den ersten Tag.
Der nächste begann um 7.45 Uhr mit einer Qi-Gong-Demonstration von Olaf, um uns wach und fit zu bekommen.

Nach dem Frühstück um 8.15 traf man sich zur ersten Einheit in der Aula, um sich abzustimmen zum "Ankommen", Nachdenken, Zu-sich-selbst-Finden und Ruhig-Werden. Dazu konnte man alleine oder zu zweit tätig werden. Manche nutzten die Möglichkeit, um den 8 km langen Rundweg um den Laacher See joggend oder walkend zurückzulegen. Auf dem Weg mit dabei waren die Impulse: "Was hat mich in der letzten Zeit erfreut? / Worauf bin ich stolz? Berufliche ZUfriedenheit. Was bedeutet mir der Glaube? Kann ich im Leben auf die Worte "muss" und "eigentlich" verzichten?"

Um 11.30 erfolgte die nächste Einheit, um sich zu diesen Gedanken auszutauschen.

Beim Mittag- und Abendessen durften jeweils acht bzw. zehn Personen unserer Gruppe mit den Mönchen zusammen im Refektorium die Mahlzeit einnehmen. Das Beeindruckende war, dass die Bedienung auch von teilweise alten Mönchen übernommen wurde, die damit ein Zeichen großer Demut offenbar/t/en. Dies erinnert stark an das Dienen Jesu, z.B. bei der Fußwaschung der Jünger.

Um 14.00 Uhr begann die dritte Einheit mit freiem Gehen durch den Raum (zur Bekämpfung der Mittagsmüdigkeit) unter verschiedenen Aspekten, z.B. gemütlich, belastet und hektisch angetrieben.

Darauf wurden drei Gruppen gebildet mit den Themen "50-und was nun?" und "Wo stehe ich? Stehe ich zu mir?" In dem Zusammenhang bleibt aus meiner Sicht besonders erwähnenswert, dass ich mich in meiner vierköpfigen Grp. sehr wohlgefühlt habe, da die Grp.mitglieder sich ernsthaft mit meinem persönlichen Problem befassten, ich mich sehr gut verstanden fühlte und konkrete Lösungsansätze aufgezeigt bekam.

Um 17.30 Uhr besuchten wir die Vesper -alles in Latein gesungen - und im Plenum nach dem Abendessen wurden die Ergebnisse der Kleingrp.arbeit (ohne Details der evt. diskutierten persönlichen Probleme) vorgestellt. Schließlich hörten wir einen kurzen Text von Rainer Maria Rilke mit dem Titel "Die Rose". Dabei geht es um seine Begleiterin, die einer Bettlerin in Paris häufig ein Geldstück gab und ihm, der sagte, dass man ihrem Herzen etwas schenken müsse und nicht ihrer Hand. So schenkte er ihr eine Rose, worauf die Bettlerin eine Woche nicht mehr an Ihrem Platz erschien. Auf die Frage, wovon sie denn gelebt habe, antwortete Rilke: "Von der Rose."

Nach jeder Einheit sangen wir ein tiefgründiges Lied aus dem Gotteslob, von Peter meisterhaft per Klavier und Stimme inszeniert. Danach wurde stehend in Kreisform per Handfassung (Daumen links) das Vaterunser gebetet. Schließlich bestand die Möglichkeit zum geselligen Beisammensein im Keller.

Der Sonntagmorgen wurde mit einer weiteren Meditation durch Herrn Berger eröffnet mit einer Gabe frischer, stark würzig riechender Walderde und Laub. Sinngemäß ging es um "Bedenke: Vom Staub bist du gekommen und zum Staube kehrst du zurück!"

Um 9.00 Uhr nutzten die Meisten die Gelegenheit den Gottesdienst mit den Mönchen zu feiern.
Daran schloss sich die Abschlussrunde mit Ralfs organisatorischen Hinweisen über eine mögliche Mitgliedschaft im Förderkreis, sowie die Termine der Männer-Wallfahrt vom Aachener Wald nach Moresnet (30.8.), des nächsten Treffens (31.8.) und des Männertags am 15.11.15 an.

Schließlich verabschiedeten sich alle in herzlicher Atmosphäre voller Dankbarkeit - vor allem bei den Organisatoren - wegen eines überaus gelungenen Seminars, in dessen Verlauf auch persönliche Kontakte geknüpft wurden sowie der Wunsch geäußert wurde, sich beim nächsten Termin am gleichen Ort wiederzusehen.


Von Anja Klingbeil

Veröffentlicht am 27.04.2015

Test