Männerarbeit
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Atem holen

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Auf der Suche nach innerer und äußerer Gelassenheit

Atem holen - Seminar für Männer in der Abtei Maria Laach

Teilnehmer Arnd Löffelmann erzählt, wie er das Wochenende erlebt hat.

Vom 19.-21.02.2016 lud die Seelsorgegruppe für Männer im Bistum Aachen wieder zum jährlich zweimal stattfindenden Seminar "Atem holen" ein. Das gesetzte Ziel war es - wie gewohnt - den Anreiz zu setzen an dem verlängerten Wochenende einen Punkt zur stressfreien Selbstfindung setzen zu können. Dieser Verlockung folgten im diesjährigen Winterseminar 14 Männer mit Herkunft aus der gesamten Bundesrepublik (und darüber hinaus). Neben "alten" Hasen mit zum Teil 13-jährigem Erfahrungshorizont, fanden auch diesmal wieder neue Gesichter und damit neue Geschichten den Weg zur Abtei Maria Laach. Die Steuerungsgruppe der Männerseelsorge im Bistum Aachen unter Anleitung des Männerseelsorgers Pfarrer iR Helmut Berger und Ralf Koch hatte ebenso gewohnt die Organisation fein mit dem Kloster abgestimmt, so dass ein reibungsloser Ablauf garantiert war.

Die Anreise durch die Eifel bei noch schönem Wetter setzte bei den erfahrenen Teilnehmern schon den Stressfaktor der eben beendeten beruflichen Tätigkeit deutlich herab und ließ nach Bekunden der Neueinsteiger die Spannung auf das was kommt steigen. Kurz nach Bezug der komfortablen Zimmer des Gästeflügels der Abtei begann das Seminar mit der Einleitung von Pfarrer Berger. Leitlinie des diesjährigen Winterseminars war die Selbstfindung und Selbstschätzung der eigenen männlichen Person als Grundlage eines befruchtenden Zusammenlebens in den engen und weiten sozialen Beziehungen. Den Teilnehmern wurde durch die spirituellen Anregungen der mittelalterlichen Theologie von Meister Eckhard die Möglichkeit eröffnet, den göttlichen Kern in sich zu suchen.

Dieses Angebot wurde gerne aufgenommen. Insbesondere in vertieften Gesprächen der Teilnehmer untereinander, deren Themenkreise sich diese selbst aussuchen, konnte "Mann" sich einmal Dinge von der Seele reden, die im Alltag nicht angemessen transportiert werden können. Das immer wieder Erstaunliche dabei ist, dass der Faktor "wildfremd" nicht nur nicht störend ist, sondern wie ein Katalysator des Gesprächsmotors wirkt. Die vollkommene Unvoreingenommenheit voreinander hilft, sich ohne Druck von inneren oder äußeren Zwängen zur eigenen Situation erklären zu können, macht die ganze Sache so spannend und die Erfahrung des Verstanden worden seins so schön.

Das diese Atmosphäre entsteht verdankt dieses Seminar auch und gerade der Möglichkeit, an seinem ersten Morgen sich selbst mit seinen eigenen Interessen überlassen zu bleiben. Jeder mache was er will. Automatisch wird dabei von den Teilnehmern - bedingt auch durch den "genius loci" - der stillschweigende Konsens eingehalten, dass berufliche Tätigkeiten außen vor bleiben. So reichte die Spannbreite der Tätigkeiten von der Umrundung des Maarsees über Lesen und musizieren bis zur Entspannung durch Herumsitzen und nichts tun. Es ist einfach herrlich, weil niemand willkürlich unterbricht.

Ein Novum des Seminars war in diesem Jahr das gemeinsame Anschauen des Films "Gran Torino" von und mit Clint Eastwood. Wenn auch die darin abgebildete Findung vom selbstgerechten amerikanischen Weißen zum verantwortungsvollen, seine Fehler eingestehenden Menschen für einige Teilnehmer wegen der Darstellung der zum guten Teil brutalen Realität eine Irritation darstellte, so war er auf der anderen Seite doch auch wieder Anreiz zu fruchtbaren Gesprächen, die dann bei einem guten Bier, Wein oder Wasser und Knabbereien im "Partykeller" des Klosters vertieft werden konnten. Deshalb wirkte dann auch diese aufwühlende Erfahrung positiv im besten Sinne.

Da deshalb in diesem Seminar jeder Teilnehmer seinen persönlichen Wesens-Kern für sich freilegen, und die Selbsterfahrung als von Gott oder der Natur geschenkt erfahren konnte, kann dem Erreichen des Seminarziels nur voller Erfolg beschieden werden. Es war eine gelungene Veranstaltung der hoffentlich nicht enden wollenden Serie des Atem holens. "Maria Laach" ist und bleibt eine Empfehlung an jeden Mann der auf der Suche nach innerer und äußerer Gelassenheit im eigenen Wertempfinden ist.


Von Anja Klingbeil

Veröffentlicht am 14.03.2016

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